16.10.2003
plan.F (Frankfurter Rundschau) 42-2003 Seite 20
Ohrenbetäubende Stille - "DETRITUS" von Brian McKee in der Galerie
Poller
von Wilhelm Roth |
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Wer
im Lexikon nachschlägt, findet unter »Detritus« folgende Erläuterung: »Zell-
und Gewebstrümmer; geol.: zerriebenes Gestein«. Die Fotografien des jungen
Amerikaners Brian McKee, 1977 in Kansas City, Missouri, geboren, zeigen
nicht nur Trümmer oder zerriebenes Gestein. Es geht um viel mehr: Brian
McKee ist durch die Nachkriegswelt von Afghanistan gereist. Seine Bilder
zeugen von einer Stille, wie sie nach unerträglichem Lärm zu vernehmen ist:
eine ohrenbetäubende Stille. Dabei schafft McKee es, politische Botschaft,
Respekt vor den Menschen und die Kunst der Fotografie ästhetisch und
eindrucksvoll miteinander zu vereinen. Die Grenze zur Fotodokumentation oder
gar zum Fotojournalismus ist nicht weit; der Künstler selbst sieht sich
hingegen als »visueller-Historiker«: »In Architektur und Landschaften finde
ich mein wahres Sujet - den Detritus der Zivilisation«.
Illustrations
Darulaman #1, Afghanistan #14, 2002, C-Print on Aluminium, 126 x 162 cm,
Edition 5
Palace Staircase #1, Afghanistan #31, 2002, C-Print on Aluminium, 126 x 162
cm, Edition 5
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