17.04.2004
Frankfurter Allgemeine Zeitung    Seite 47
Melonen und Morgenröte, das Leben geht weiter: Brian McKees Fotografien
von Brita Sachs
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Restlos ausgeschlachtet, strandete der Bus als rostige Karkasse zwischen Ruinenstümpfen im sind. Darüber ragen auf karstigen Hügeln die glanzlosen Reste einst stolzer, nun, trostlos abgetakelter Monumentalbauten gen Himmel. Doch da, klein und versteckt in der wüstenbraunen Szenerie, leuchtet es gelb im Morgenlicht. Ein Stapel reifer Melonen wartet auf' Käufer. Wir merken uns: In Kabul geht das Leben weiter.
Die Afghanistan-Fotografien des 1977 geborenen Amerikaners Brian McKee erregen derzeit viel Aufsehen. Mit einer schweren, großformatigen 8 x 10-Inch-Plattenkamera, wie sein Lehrer Stephen Shore sie als einer der ersten auf Reisen mitschleppte, zog McKee in der Gewissheit an den. Hindukusch, hier Motive für sein Projekt „Detritus" zu finden. Das lateinische Wort bezeichnet zerriebenes Gestein, aber auch Überreste zerfallener organischer Gewebe, und liefert damit den Titel für Bilder, die zerbrochene Macht- und Gesellschaftssysteme symbolisch am Verfall ihrer Bauten fest zumachen versuchen. Der leere Ballsaal entstellt, Paläste, abgewrackt mit einstürzenden Decken, das Theater unbenutzbar, Abraum: statt Wohn-
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llustration
Castle, Afghanistan #38, 2002, C-Print on Aluminium, 126 x 162 cm, Edition 5

Text von Brita Sachs

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