01.04.2004
a&a - Die Zeitung Kunst-Kultur-Design - 01.04.2004 - 3/2004    Seite 30
Bathers - Ein visuelles Rauschen - Die Fotoarbeiten von Thomas Zika
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,,Bathers" - einsam Schwimmende verlieren sich in einem gleichförmigen Meer aus Blau- und Grautönen. Der Mensch ist dem starken, beherrschenden Element Wasser ausgeliefert. Grenzen- und horizontlos lässt sich kein Land, kein Ufer ausmachen. Alles bleibt offen, unendlich frei. Ein Bild, das zugleich gefährlich aber auch entspannt und ruhig anmutet.
Trifft der Mensch auf das Element Wasser ist dies in unserer Kulturgeschichte mehrseitig konnotiert: Wasser ist notwendig zum Überleben. Es bietet die Möglichkeit zur Körperhygiene und Entspannung, ,gleichzeitig ist es seit Jahrtausenden ein unberechenbarer, übermächtiger Feind. Der in Haan geborene Zika beschäftigt sich in seinen Fotografien mit all diesen Komponenten. Ebenso knüpft er an die kunsthistorische Tradition des Motivs der Badenden an, die von antiken Mosaiken, über, die Werke Ingres, Cezannes bis zur Pin-Up-Fotografie reicht. Der Künstler sieht die Tourismus-Industrie unserer Zeit auf diese Kulturhistorie zurückgreifen und möchte die Wahrnehmung eines Betrachters für diese Zusammenhänge schärfen. Denn, so Zika: „Mein fotografisch-künstlerisches Interesse liegt im Reflektieren der Bedingungen unserer Wirklichkeitswahrnehmung. Ich glaube, dass heutzutage der Sinn des Sehens im Nachdenken über diese Wahrnehmungsform selbst liegt."
Diese Reflektion von Wahrnehmung spiegelt sich bereits in der Technik Zikas wieder: Der 40-jährige "recycled" Katalogbilder von Luftaufnahmen, indem er Ausschnitte mit offener Blende und geringster Schärfe refotografiert. Diese werden anschließend digital bearbeitet, so dass farblich fast völlig entsättigte Bilder entstehen.

Illustration
Thomas Zika, untitled #2, 2003, edition of 5, lambda print on diasec, 120 x 80 cm

 

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