|
,,Bathers" - einsam Schwimmende verlieren sich in einem gleichförmigen Meer
aus Blau- und Grautönen. Der Mensch ist dem starken, beherrschenden Element
Wasser ausgeliefert. Grenzen- und horizontlos lässt sich kein Land, kein
Ufer ausmachen. Alles bleibt offen, unendlich frei. Ein Bild, das zugleich
gefährlich aber auch entspannt und ruhig anmutet.
Trifft der Mensch auf das Element Wasser ist dies in unserer
Kulturgeschichte mehrseitig konnotiert: Wasser ist notwendig zum Überleben.
Es bietet die Möglichkeit zur Körperhygiene und Entspannung, ,gleichzeitig
ist es seit Jahrtausenden ein unberechenbarer, übermächtiger Feind. Der in
Haan geborene Zika beschäftigt sich in seinen Fotografien mit all diesen
Komponenten. Ebenso knüpft er an die kunsthistorische Tradition des Motivs
der Badenden an, die von antiken Mosaiken, über, die Werke Ingres, Cezannes
bis zur Pin-Up-Fotografie reicht. Der Künstler sieht die Tourismus-Industrie
unserer Zeit auf diese Kulturhistorie zurückgreifen und möchte die
Wahrnehmung eines Betrachters für diese Zusammenhänge schärfen. Denn, so
Zika: „Mein fotografisch-künstlerisches Interesse liegt im Reflektieren der
Bedingungen unserer Wirklichkeitswahrnehmung. Ich glaube, dass heutzutage
der Sinn des Sehens im Nachdenken über diese Wahrnehmungsform selbst liegt."
Diese Reflektion von Wahrnehmung spiegelt sich bereits in der Technik Zikas
wieder: Der 40-jährige "recycled" Katalogbilder von Luftaufnahmen, indem er
Ausschnitte mit offener Blende und geringster Schärfe refotografiert. Diese
werden anschließend digital bearbeitet, so dass farblich fast völlig
entsättigte Bilder entstehen.
Illustration
Thomas Zika,
untitled #2, 2003, edition
of 5, lambda print on diasec, 120 x 80 cm
|