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Der
Fotograf Philippe Terrier-Hermann, Jahrgang 1970, konfrontiert systematisch
mit der eigenen Wahrnehmung von Archetypen wie Kraft, Schönheit, Erfolg und
Perfektion, indem er diese in seinen Fotografien mit einer stereotypischen,
doppeldeutigen Ästhetik rekonstruiert. Obwohl seine Fotoarbeiten geradezu
als glatt und elegant zu bezeichnen sind, beinhalten sie auch eine Art
passive zweite Ebene.
Seine Serie römischer Porträts (»Fascination«) ist stark von der
italienischen Kunstgeschichte beeinflusst. Indem er einen gewöhnlichen
Minister, einen Pastor oder einen Pornoschauspieler porträtiert, die alle
mit einer gewissen Ästhetik Konservatismus, Klassik, Faszination und
homoerotische Ansätze verbinden, zögert er nicht, stereotypische
Abziehbilder aktuellen Vorstellungen entgegen zu setzen. Auf den zweiten
Blick zeigen diese Porträts ein Resümee des nach der Meinung des Künstlers
bestehenden italienischen Ruins, der unter einer schönen Oberfläche ein
elendes System versteckt.
bis 17.07.04, Galerie Poller, Brückenstraße 9-11, Frankfurt, Tel. 624042,
Öffnungszeiten: Mo-Fr, 10-13+14-18.30 Uhr 1 Sa, 10-16 Uhr
Illustration
Fascination - Gaetano Formisano II, 2000-2001,
c-print on aluminium, edition of 5, 60 x 60 cm
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