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Da hat sich einer
mächtig ins Zeug gelegt. Ein Haus gebaut, einen Baum gepflanzt, den Rasen
angelegt - und sich offenbar ein wenig übernommen. Eine mickrige Zypresse
vegetiert auf einem winzigen Fleckchen Grün vor sich hin, im Hintergrund
ziehen sich mit Mut zur improvisierenden Geste verlegte und mit Klebeband
geflickte Kabel über die prächtig-protzig marmorierte Hauswand, und das
„Rote Motel" dürfte sich, sollte es bessere Tage jemals gesehen haben, nie
und nimmer mehr daran erinnern. Mochte man Barbara Sophie Nägles „Early
USA"-Zyklus, ihre Blicke in Hinterhöfe, Gärten, Diner noch beinahe
freundlich, ein wenig verträumt gar nennen, so strahlen ihre neuen
Fotoarbeiten, die derzeit in der Frankfurter Galerie Poller (Brückenstraße
9-11) zu sehen sind, einen eher morbiden Charme aus.
„Pancake City", so der Titel der aktuellen Serie, das ist die Fortsetzung
der vor mehr als fünf Jahren begonnenen Streifzüge durch New Yorker
Stadtlandschaften, welche die 1969 in Würzburg geborene Meisterschülerin von
Stephen Shore nun in triste, mitunter aufgegeben scheinende Vorortsiedlungen
geführt haben. Der Kontext indes, bleibt häufig vage. Im Vergleich zu
früheren Arbeiten sind die Ausschnitte enger geworden, konzentriert sich der
Blich der Fotografin stärker auf das im Grunde lapidare und gern übersehene
Detail.
Das Provisorium hat längst auf Dauer sich schon eingerichtet. Die
bescheideneren unter den amerikanischen Träumen, hier kann man sie
betrachten im Stadium des Verwelkens. Deprimierend, sollte man meinen. Und
in Nägles Kompositionen voller Komik.
| Text by
Christoph Schütte |
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