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PRESS
bathers
Mein fotografisch-künstlerisches Interesse liegt im Reflektieren der
Bedingungen unserer Wahrnehmung von Wirklichkeit. Ich glaube, dass heutzutage
der Sinn des Sehens (unsere direkteste Form der Aneignung und Konstruktion
von Wirklichkeit, wie wir uns ein Bild von der Welt machen) im Nachdenken
über diese Wahrnehmungsform selbst liegt. In Buchprojekten und Ausstellungen
habe ich Wahrnehmungs- und Welterklärungsmodelle mit verschiedenen visuellen
Konzeptionen und Bildsprachen untersucht.
Den Hintergrund meines aktuellen Projektes “Bathers” bildet das Element
Wasser. Der menschliche Körper besteht zu ca. 70 % aus Wasser, und ca. 70 %
der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Bereits vor unserer Geburt
wachsen wir in der Nährflüssigkeit des Uterus heran. Die Existenz in einer
flüssigen Sphäre ist eine archaische, Vorbewusste Lebensform, die die Wurzeln
unserer menschlichen Entwicklung aufzeigt. In unserer Kulturgeschichte ist
der Akt des Schwimmens/Badens immer zweiseitig konnotiert: Überleben in
einem lebensfeindlichen Element, sowie Möglichkeit zur Körperhygiene und
Entspannung. Die Kulturgeschichte der Darstellungen von Schwimmern reicht
von Höhlenzeichnungen über antike Mosaiken, mittelalterliche Buchmalereien,
die Malereien Cézannes oder Matisses bis zur Pin-Up-Fotografie. Im 20.
Jahrhundert benutzt die machtvolle Tourismus-Industrie diese starken
visuellen Archetypen, um potentielle Ferienziele zu bewerben.
Für meine aktuelle Arbeit „Bathers“ verwendete ich als Ausgangsmaterial
gedruckte Abbildungen von Badenden, Schwimmenden, Planschenden, die
ausschließlich touristischen Urlaubs- und Wellness- Werbekatalogen
entstammen.
Die grellbunten Vorlagen werden von mir re-cycled, indem ich Ausschnitte von
Luftaufnahmen aus der Vogel / Gottes-Perspektive mit offener Blende und
geringster Schärfe re-fotografiere; der Horizont wird eliminiert. Diese
Bilder werden anschließend mit Bildbearbeitungssoftware bearbeitet, so dass
farblich fast völlig entsättigte Bilder entstehen.
Das Türkisblau von Karibik und Ägäis verdünnt sich zu einem subliminalen
Farbschleier. Das Ergebnis ist eine nur von Uferfragmenten, Wellengang, und
vereinzelten Badeutensilien unterbrochene große Leere, die die zu abstrakten
Punkten mutierten Badenden bedrängt. Diese Leere wird jeweils zerteilt durch
die in der schmalen Fokus-Ebene sichtbaren Rasterpunkte des ursprünglichen
Druckmaterials. Diese bis fast an die Schwarz-Weiss-Grenze entfärbten Bilder
verlieren völlig ihre aggressive plakative Wirkung und „verschwimmen“
buchstäblich zu abstrakt/konkreten Oszillationsfiguren, zu einem visuellen
“Rauschen”. Dieses Rauschen wird verstärkt durch den sehr gleichförmigen
gemeinsamen visuellen Nenner, den ich nur minimal variiere.
Das Weiss-Rauschen scheint laut Erkenntnissen der Informationstheorie der
Zustand der größtmöglichen Information zu sein. Ich will mich in meiner
zukünftigen bildmedialen Arbeit diesem größtmöglichen Informationszustand
des “Weissen Rauschen” widmen.
Text Thomas Zika
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human
factor
Die Neurophysiologie und -psychologie lieferten grundlegende Erkenntnisse
über die Abläufe der menschlichen Wahrnehmung sowie die Art und Weise der
Konstruktion von Kognition; die sich weiterentwickelnde Biotechnologie
schürt Hoffnungen und Ängste vor Klonung und Identitätsverlust; die
Vordenker unter den Technikutopisten möchten im Cyberspace den menschlichen
Geist von seinem Körper abkoppeln und als Menschmaschine reine Wahrnehmung
werden; neue Medien- und Kommunikationstechnologien lassen herkömmliche
Realitätsbegriffe obsolet erscheinen.
Diese Themen dominieren um die Jahrtausendwende vielfach die Ausstellungen
in den Museen als wissenschaftliche und künstlerische Positionen.
Ob in der Leere des white cube oder in der Unübersichtlichkeit einer horror
vacui - Inszenierung, im Museum kann man die Schule des Befremdens
durchlaufen, denn dort kondensiert unsere Kultur exemplarisch: in der
Überlieferung von Kunst, Geschichte und Wissenschaft, aber auch als
Endlagerungsstätte von Problemen.
Aufgrund der natürlichen Bedingungen unserer Wahrnehmung erkennen wir jede
auch nur annähernd anthropomorphe Figuration als menschliche Physiognomie
und Gestalt, selbst im Zustand der Verfremdung und Auflösung. Dem blinden
Fleck an der Schnittstelle zwischen konkret und abstrakt gilt mein
künstlerisches Interesse. Die Fotografie als ältestes Instrument der
technischen Bilderzeugung erscheint mir dabei besonders geeignet,
visuelle/reflexive Wahrnehmung als Grundlage von Erkenntnis zu
thematisieren.
Ich versuche, mich meiner eigenen Kultur aus der Position des Anthropologen
anzunähern, um sie mit dem staunenden Blick des “Fremden” zu betrachten. Mit
den fotografischen Mitteln der Reduktion und der Fragmentierung spüre ich
Repräsentationsformen des Menschen im Museum auf: als Unschärferelation und
Schatten, als Pixel und Projektion, als Silhouette und Leerstelle, als Dummy
und Zwischenraumgespenst, als Modell und Maschine, als multimediale
Installation und virtuelles 3D-Wesen. Oftmals löst sich die Grenze zwischen
der Installation im Museum und dem Besucher / Rezipienten auf; gehört der
Mensch zur Maschine oder benutzt er sie nur?
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the fremd
the fremd wurde realisiert mit Unterstützung eines
Stipendiums des Programme Mosaique, (CNA) Centre National de l'audiovisuel,
Kulturministerium Luxemburg.
Das Buchprojekt the fremd
ist das fiktive Foto-Tagebuch der Ausserirdischen bei ihrem ersten
Europabesuch - Europe from Outer space.
Indem die kleinen grünen Männchen eine Beobachterposition außerhalb unseres
geschlossenen Systems (des Planeten Erde, unserer Zivilisation, des
Kontinents Europa) einnehmen, eignen sie sich besonders für mein
Fotoprojekt. Mit extraterrestrischer Objektivität (Spock!) will ich Europa
medienreflexiv unter die Lupe nehmen, die Gäste aus dem Weltall gewähren
Einblick in ihr visuelles Forscher/Touristen-Tagebuch.
Das Medium des Computers vermittelt mir in Echtzeit Informationen aus einer
Netzstruktur, welche in ihrer nicht mehr verortbaren Virtualität dem für uns
so schwer zu betretenden Weltraum gleicht. Der Hypertext ersetzt das
Weltall. Die sagenhafte Überlichtgeschwindigkeit (time warp) der Aliens wird
schon erreicht von den superschnellen Datenübertragungsraten im Internet.
Der Ausserirdische als Pixel, als Datenbit, als Rasterpunkt: immer schon da,
immer unterweges, immer Information. Das Andere, Fremde als mediale
Schnittstelle.
Wie alle Touristen fotografieren die Ausserirdischen und sammeln visuelle
Reisenotizen in einem Album. Da meine Fremden als Schnittstelle schon immer
im Bild sind, zappen sie sich noch schneller als die Amerikaner (Europe in
eight days) von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Die sights sind schon
alle tausend- und millionenfach reproduziert, geknipst, gefilmt, gedruckt,
gescannt. Für die Aliens also ein Leichtes, sich diese Bilder in ihr
Fototagebuch zu laden, offenbar mit partiellem Schärfeverlust aufgrund ihrer
andersartigen Sichtweise und Fokussierung. Diese Bilder sind auf
Doppelseiten kombiniert mit Fotografien, die in Museen aufgenommen wurden,
die als visueller Kommentar zu den sights erscheinen. Als rätselhafte
Bilder, deren Bedeutung einmal konkret und einmal abstrakt zu sein scheint,
geben sie der Groysschen These vom Ausserirdischen als einzig legitimen
Besucher unserer Museen neuen Sinn.
Der Sinn der Textblöcke zu
Anfang des Buches scheint sich um die Reizwörter Buch, Beobachtungen,
Fremde, Europa, Bild zu gruppieren; ein eindeutiger narrativer
Bedeutungszusammenhang ist jedoch nicht gegeben. Kam ein ominöser Translator
zum Einsatz? Ist the fremd eine durch Bilder verschlüsselte Botschaft
der Extraterrestrier oder nur das touristische Fotoalbum der Aliens von
deren erstem Europabesuch?
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Catalogue
Thomas Zika -
bathers
Text by
Thomas Zika (engl./dt.), foreword by Thomas Poller, the compl.
series 'bathers' with 24 color ill., 60 pages, 29,7x21 cm
(11,7"x8,3"),
Edition Poller, Frankfurt am Main, 2004
ISBN 3-9802858-6-3
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Special
Edition
Thomas Zika -
bathers - Edition of 30
Text by
Thomas Zika (engl./dt.), foreword by Thomas Poller, the compl.
series 'bathers' with 24 color ill., 60 pages, 29,7x21 cm
(11,7"x8,3"),
Edition Poller, Frankfurt am Main, 2004
ISBN 3-9802858-6-3
With one signed/numbered C-Print, Edition of 30
29,7x21 cm (11,7"x8,3")
210,00 Euro
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Biography
Berufliche Ausbildung und künstlerischer Werdegang
2001-03 Berufung in die Deutsche Fotografische Akademie DFA,
10/2001 - Lehraufträge an der Universität Wuppertal, Ecosign Akademie Köln
8/1999 -
8/2001 Künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Fotografie an
der Universität
Wuppertal, eigene Lehrveranstaltungen, Heirat mit der Kunstwissenschaftlerin
Anna Steins
1998 Lehrtätigkeit Grundlagen Information Fotografie für das
Grundstudium
1996 Ergänzungsstudium Kommunikationsdesign an der Universität
Wuppertal, Diplom 99 bei Prof. Bazon Brock und Prof. Susan Lamér
1995
Mitglied im Künstlerhaus Dortmund, Reise nach Honduras
1994
Realisierung des Buchprojekts "Die Rauhe Wirklichkeit" im Eigenverlag,
1992
seit 1992 Arbeit als freier Künstler, Schwerpunkt künstlerische
Fotografie, verschiedene Ausstellungen
1989
Reise nach Marokko
1988
Reise nach Mexiko und Guatemala
1986
Studium der visuellen Kommunikation (Schwerpunkt Fotografie),
Fachhochschule Dortmund, Diplom 92
1985
Entdeckung der Fotografie, Praktikum bei Werbefotograf
1983
Reise nach Indien, Nepal, Sri Lanka
1981
Lehre als Industriekaufmann
1979
Höhere Handelsschule für Fremdsprachenkorrespondenten, Köln
1974
Realschule Solingen
1969
Grundschule Solingen
1963
Geboren in Haan, NRW
Exhibitions
2005
STRÖMUNGEN - Wasser in der Fotografie,
Wäcker & Jordanov - Galerie für Fotografie, München G
2005 Deutschen Fotografischen Akademie, Leinfelden-Echterdingen G
2005 "bathers", Galerie l'Usine, Bruxelles E
2004 "Fotografische Arbeiten", Institut für Bildwissenschaften,
Bergische Universität, Wuppertal E
2004 "bathers", Galerie Poller, Frankfurt am Main, Deutschland
K
2004 "Nach dem Bild ist vor dem Bild", galerie demaex.com, Konstanz
G
2003 European Art Expo, Düsseldorf - Galerie Poller
2003 "human Factor", Galerie Nei Liicht, Luxembourg E
2002 "the fremd", Galerie Poller, Frankfurt am Main E
"Monat der Fotografie im Ruhrgebiet -
Naturae", Kunsthaus Essen G/K
"Die metamorphen Zeichen",
Kunstverein Brandenburg G/K
2001 "London Photographic Awards 4",
Artmatic Gallery, London G/K
"Laureats of Programme Mosaique",
Month of Photography, Bratislava G/K
"Quinze en Europe", Théatre de la
photographie et de l'image, Nizza E/K
"StadtLandForm", Museum Baden,
Solingen G/K/TV
"the fremd, Künstlerverein Malkasten,
Düsseldorf F
"Placebo", Galerie Lichtblick, Köln E
"London Photographic Awards 3",
Photofusion Gallery, Imagination Gallery, London G/K
2000 "Prix SCAM 1999 du portfolio photographique", Maison Européenne
de la Photographie, Paris G
"Foto-Triennale Hamburg
-Künstlerbücher", Kunsthaus Hamburg G
1999 "Grand Prix IMAGES", Musée de la Photographie, Vevey G/K
"Martin von Tours", Diözesanmuseum
Rottenburg G/K
"Saar-Förderpreis Junge Kunst",
Saarlandmuseum Saarbrücken G/K
1998 "Sittenspiegel ", Bogus-Galerie, Augsburg G
1997 "Der Blinde Fleck", OWF-Kongress, Philosophicum Köln E
1996 "Einen Augenblick", Kunsthalle Barmen G/K
"Real - Unsichtbarer Gemeinsamer
Nenner", Künstlerhaus Dortmund E
1995 "Wachstumsfaktor", Künstlerhaus Dortmund G
"Grosse Kunstausstellung NRW 1994",
Kunstpalast Düsseldorf G/K
"Bergischer Kunstpreis 1994", im
Klingenmuseum Solingen G/K
"1. Schwäbischer Fotopreis",
Kunstverein Bobingen, Schlossgalerie G/K
"Die Rauhe Wirklichkeit", Bürgerhalle
im Rathaus Hagen E/K/TV
"Hagener Künstler 1994",
Karl-Ernst-Osthaus-Museum Hagen G/K
1994 "Fotografie als Kunst", Sparkasse Pforzheim G
1992 "O. T. / Offene Türen / Ohne Titel", Dortmund G/K/TV
1990 "Bochumer Fotoherbst" G/K
1989 "Inszenierte Wirklichkeit" im Museum für Kunst- und
Kulturgeschichte in Dortmund (2. Preis) G/K
Awards / Scholarships
1994 Preisträger "Fotografie als Kunst" der Sparkasse Pforzheim
Arbeitsstipendium des
Fritz-Berg-Gedächtnis-Fonds der SIHK Hagen
1996 DAAD-Auslandsstipendium für Postgraduierte in Wien
1997 Stipendium für Fotografie des Centre National de l'Audiovisuel
in Luxembourg, CNA (Programme Mosaique)
1998 Concours Européen de la Photographie, Festival IMAGES
Grand Prix de la Ville de Vevey des IMAGES-Festivals,
Schweiz
2000 Erster Preis beim Wettbewerb STADT / LAND / FORM,
Solingen/Wuppertal
Auszeichnung beim
Otto-Steinert-Preis 2000
Auszeichnung bei den
London Photographic Awards
Prize for Photography - "What is
Knowledge", ABB, Zurich
Collections
2005 Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart
Bibliography
1989 Katalog "Inszenierte Wirklichkeit", Dortmund
1990 Katalog "Bochumer Fotoherbst", Bochum
Katalog "The Totalitarian Zone", Prag
Photonews 11 / 90
Katalog "Hagener Künstler 1994", Hagen
1994 Katalog "Bergischer Kunstpreis", Solingen
Buchprojekt "Die Rauhe Wirklichkeit", Eigenverlag Hagen / Dortmund
Katalog "Grosse Kunstausstellung NRW 1994", Düsseldorf
Katalog "Real", Dortmund
1995 Katalog "Einen Augenblick", Wuppertal
1996 Camera Austria 59-60
1997 Katalog "Förderpreis Junge Kunst", Saarbrücken
1998
Katalog "Grand Prix de la Ville de Vevey", Vevey / Schweiz
Geschäftsbericht 1997 Compunet
"DU" 2199, Zeitschrift für Kultur, Zürich
1999 Katalog "die 60er", Positionen des Designs, Köln / Solingen
Katalog "London Photographic Awards 3 ", London
Photonews 6 / 00
2000 "StadtLandForm", Katalog, Solingen/Wuppertal
Katalog "Quinze en Europe", Nizza
Katalog "Month of Photography", Bratislava,
Slowakei
Buchprojekt "What is Knowledge", ABB, Zürich
Katalog "London Photographic Awards 4", London
2001 "Leadership Magazine", Südafrika
Katalog "Die metamorphen Zeichen", Brandenburg
Katalog "Naturae", Essen
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Series
'Hierogamos'

'Hierogamos', 2004/05
c-print, 120 x 120 cm
Series 'bathers'
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'bathers', 2003
lambdaprint
on diasec,
80 x 120 cm


Series 'human factor'
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c-prints auf
aluminium
52 x 75 cm, 31 x 45 cm


Series "the fremd"
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C-Print auf
Aluminium
28,5 x 19,5 cm
bis 46,5 x 59 cm


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