12.04. - 12.06.2002    /    23.03. - 05.05.2004

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Thomas Zika
*1963 Haan - D

   
 

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bathers

Mein fotografisch-künstlerisches Interesse liegt im Reflektieren der Bedingungen unserer Wahrnehmung von Wirklichkeit. Ich glaube, dass heutzutage der Sinn des Sehens (unsere direkteste Form der Aneignung und Konstruktion von Wirklichkeit, wie wir uns ein Bild von der Welt machen) im Nachdenken über diese Wahrnehmungsform selbst liegt. In Buchprojekten und Ausstellungen habe ich Wahrnehmungs- und Welterklärungsmodelle mit verschiedenen visuellen Konzeptionen und Bildsprachen untersucht.

Den Hintergrund meines aktuellen Projektes “Bathers” bildet das Element Wasser. Der menschliche Körper besteht zu ca. 70 % aus Wasser, und ca. 70 % der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Bereits vor unserer Geburt wachsen wir in der Nährflüssigkeit des Uterus heran. Die Existenz in einer flüssigen Sphäre ist eine archaische, Vorbewusste Lebensform, die die Wurzeln unserer menschlichen Entwicklung aufzeigt. In unserer Kulturgeschichte ist der Akt des Schwimmens/Badens immer zweiseitig konnotiert: Überleben in einem lebensfeindlichen Element, sowie Möglichkeit zur Körperhygiene und Entspannung. Die Kulturgeschichte der Darstellungen von Schwimmern reicht von Höhlenzeichnungen über antike Mosaiken, mittelalterliche Buchmalereien, die Malereien Cézannes oder Matisses bis zur Pin-Up-Fotografie. Im 20. Jahrhundert benutzt die machtvolle Tourismus-Industrie diese starken visuellen Archetypen, um potentielle Ferienziele zu bewerben.

Für meine aktuelle Arbeit „Bathers“ verwendete ich als Ausgangsmaterial gedruckte Abbildungen von Badenden, Schwimmenden, Planschenden, die ausschließlich touristischen Urlaubs- und Wellness- Werbekatalogen entstammen.
Die grellbunten Vorlagen werden von mir re-cycled, indem ich Ausschnitte von Luftaufnahmen aus der Vogel / Gottes-Perspektive mit offener Blende und geringster Schärfe re-fotografiere; der Horizont wird eliminiert. Diese Bilder werden anschließend mit Bildbearbeitungssoftware bearbeitet, so dass farblich fast völlig entsättigte Bilder entstehen.

Das Türkisblau von Karibik und Ägäis verdünnt sich zu einem subliminalen Farbschleier. Das Ergebnis ist eine nur von Uferfragmenten, Wellengang, und vereinzelten Badeutensilien unterbrochene große Leere, die die zu abstrakten Punkten mutierten Badenden bedrängt. Diese Leere wird jeweils zerteilt durch die in der schmalen Fokus-Ebene sichtbaren Rasterpunkte des ursprünglichen Druckmaterials. Diese bis fast an die Schwarz-Weiss-Grenze entfärbten Bilder verlieren völlig ihre aggressive plakative Wirkung und „verschwimmen“ buchstäblich zu abstrakt/konkreten Oszillationsfiguren, zu einem visuellen “Rauschen”. Dieses Rauschen wird verstärkt durch den sehr gleichförmigen gemeinsamen visuellen Nenner, den ich nur minimal variiere.

Das Weiss-Rauschen scheint laut Erkenntnissen der Informationstheorie der Zustand der größtmöglichen Information zu sein. Ich will mich in meiner zukünftigen bildmedialen Arbeit diesem größtmöglichen Informationszustand des “Weissen Rauschen” widmen.

Text Thomas Zika

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human factor

Die Neurophysiologie und -psychologie lieferten grundlegende Erkenntnisse über die Abläufe der menschlichen Wahrnehmung sowie die Art und Weise der Konstruktion von Kognition; die sich weiterentwickelnde Biotechnologie schürt Hoffnungen und Ängste vor Klonung und Identitätsverlust; die Vordenker unter den Technikutopisten möchten im Cyberspace den menschlichen Geist von seinem Körper abkoppeln und als Menschmaschine reine Wahrnehmung werden; neue Medien- und Kommunikationstechnologien lassen herkömmliche Realitätsbegriffe obsolet erscheinen.

Diese Themen dominieren um die Jahrtausendwende vielfach die Ausstellungen in den Museen als wissenschaftliche und künstlerische Positionen.
Ob in der Leere des white cube oder in der Unübersichtlichkeit einer horror vacui - Inszenierung, im Museum kann man die Schule des Befremdens durchlaufen, denn dort kondensiert unsere Kultur exemplarisch: in der Überlieferung von Kunst, Geschichte und Wissenschaft, aber auch als Endlagerungsstätte von Problemen.

Aufgrund der natürlichen Bedingungen unserer Wahrnehmung erkennen wir jede auch nur annähernd anthropomorphe Figuration als menschliche Physiognomie und Gestalt, selbst im Zustand der Verfremdung und Auflösung. Dem blinden Fleck an der Schnittstelle zwischen konkret und abstrakt gilt mein künstlerisches Interesse. Die Fotografie als ältestes Instrument der technischen Bilderzeugung erscheint mir dabei besonders geeignet, visuelle/reflexive Wahrnehmung als Grundlage von Erkenntnis zu thematisieren.

Ich versuche, mich meiner eigenen Kultur aus der Position des Anthropologen anzunähern, um sie mit dem staunenden Blick des “Fremden” zu betrachten. Mit den fotografischen Mitteln der Reduktion und der Fragmentierung spüre ich Repräsentationsformen des Menschen im Museum auf: als Unschärferelation und Schatten, als Pixel und Projektion, als Silhouette und Leerstelle, als Dummy und Zwischenraumgespenst, als Modell und Maschine, als multimediale Installation und virtuelles 3D-Wesen. Oftmals löst sich die Grenze zwischen der Installation im Museum und dem Besucher / Rezipienten auf; gehört der Mensch zur Maschine oder benutzt er sie nur?

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the fremd

the fremd
wurde realisiert mit Unterstützung eines Stipendiums des Programme Mosaique, (CNA) Centre National de l'audiovisuel, Kulturministerium Luxemburg.

Das Buchprojekt the fremd ist das fiktive Foto-Tagebuch der Ausserirdischen bei ihrem ersten Europabesuch - Europe from Outer space.

Indem die kleinen grünen Männchen eine Beobachterposition außerhalb unseres geschlossenen Systems (des Planeten Erde, unserer Zivilisation, des Kontinents Europa) einnehmen, eignen sie sich besonders für mein Fotoprojekt. Mit extraterrestrischer Objektivität (Spock!) will ich Europa medienreflexiv unter die Lupe nehmen, die Gäste aus dem Weltall gewähren Einblick in ihr visuelles Forscher/Touristen-Tagebuch.

Das Medium des Computers vermittelt mir in Echtzeit Informationen aus einer Netzstruktur, welche in ihrer nicht mehr verortbaren Virtualität dem für uns so schwer zu betretenden Weltraum gleicht. Der Hypertext ersetzt das Weltall. Die sagenhafte Überlichtgeschwindigkeit (time warp) der Aliens wird schon erreicht von den superschnellen Datenübertragungsraten im Internet. Der Ausserirdische als Pixel, als Datenbit, als Rasterpunkt: immer schon da, immer unterweges, immer Information. Das Andere, Fremde als mediale Schnittstelle.

Wie alle Touristen fotografieren die Ausserirdischen und sammeln visuelle Reisenotizen in einem Album. Da meine Fremden als Schnittstelle schon immer im Bild sind, zappen sie sich noch schneller als die Amerikaner (Europe in eight days) von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Die sights sind schon alle tausend- und millionenfach reproduziert, geknipst, gefilmt, gedruckt, gescannt. Für die Aliens also ein Leichtes, sich diese Bilder in ihr Fototagebuch zu laden, offenbar mit partiellem Schärfeverlust aufgrund ihrer andersartigen Sichtweise und Fokussierung. Diese Bilder sind auf Doppelseiten kombiniert mit Fotografien, die in Museen aufgenommen wurden, die als visueller Kommentar zu den sights erscheinen. Als rätselhafte Bilder, deren Bedeutung einmal konkret und einmal abstrakt zu sein scheint, geben sie der Groysschen These vom Ausserirdischen als einzig legitimen Besucher unserer Museen neuen Sinn.

Der Sinn der Textblöcke zu Anfang des Buches scheint sich um die Reizwörter Buch, Beobachtungen, Fremde, Europa, Bild zu gruppieren; ein eindeutiger narrativer Bedeutungszusammenhang ist jedoch nicht gegeben. Kam ein ominöser Translator zum Einsatz? Ist the fremd eine durch Bilder verschlüsselte Botschaft der Extraterrestrier oder nur das touristische Fotoalbum der Aliens von deren erstem Europabesuch?

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Catalogue

Thomas Zika  - 
bathers
Text by Thomas Zika (engl./dt.), foreword by Thomas Poller, the compl.
series 'bathers' with 24 color ill., 60 pages, 29,7x21 cm (11,7"x8,3"),
Edition Poller, Frankfurt am Main, 2004
ISBN  3-9802858-6-3
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Special Edition

Thomas Zika  - 
bathers  -  Edition of 30
Text by Thomas Zika (engl./dt.), foreword by Thomas Poller, the compl.
series 'bathers' with 24 color ill., 60 pages, 29,7x21 cm (11,7"x8,3"),
Edition Poller, Frankfurt am Main, 2004
ISBN  3-9802858-6-3
With one signed/numbered C-Print, Edition of 30
29,7x21 cm (11,7"x8,3")
210,00 Euro    Order this Special Edition

Biography
Berufliche Ausbildung und künstlerischer Werdegang
2001-03
Berufung in die Deutsche Fotografische Akademie DFA, 10/2001 - Lehraufträge an der Universität Wuppertal, Ecosign Akademie Köln
8/1999 - 8/2001
Künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Fotografie an der Universität
Wuppertal, eigene Lehrveranstaltungen, Heirat mit der Kunstwissenschaftlerin Anna Steins
1998 Lehrtätigkeit Grundlagen Information Fotografie für das Grundstudium
1996 Ergänzungsstudium Kommunikationsdesign an der Universität Wuppertal, Diplom 99 bei Prof. Bazon Brock und Prof. Susan Lamér
1995
Mitglied im Künstlerhaus Dortmund, Reise nach Honduras
1994
Realisierung des Buchprojekts "Die Rauhe Wirklichkeit" im Eigenverlag,
1992 seit 1992 Arbeit als freier Künstler, Schwerpunkt künstlerische Fotografie, verschiedene Ausstellungen
1989
Reise nach Marokko
1988
Reise nach Mexiko und Guatemala
1986
Studium der visuellen Kommunikation (Schwerpunkt Fotografie), Fachhochschule Dortmund, Diplom 92
1985
Entdeckung der Fotografie, Praktikum bei Werbefotograf
1983
Reise nach Indien, Nepal, Sri Lanka
1981
Lehre als Industriekaufmann
1979
Höhere Handelsschule für Fremdsprachenkorrespondenten, Köln
1974
Realschule Solingen
1969
Grundschule Solingen
1963
Geboren in Haan, NRW

Exhibitions
2005
STRÖMUNGEN - Wasser in der Fotografie, Wäcker & Jordanov - Galerie für Fotografie, München G
2005 Deutschen Fotografischen Akademie, Leinfelden-Echterdingen G

2005
"bathers", Galerie l'Usine, Bruxelles E
2004 "Fotografische Arbeiten", Institut für Bildwissenschaften, Bergische Universität, Wuppertal E
2004 "bathers", Galerie Poller, Frankfurt am Main, Deutschland K
2004 "Nach dem Bild ist vor dem Bild", galerie demaex.com, Konstanz G
2003 European Art Expo, Düsseldorf - Galerie Poller
2003 "human Factor", Galerie Nei Liicht, Luxembourg E
2002 "the fremd", Galerie Poller, Frankfurt am Main E
        "Monat der Fotografie im Ruhrgebiet - Naturae", Kunsthaus Essen G/K
        "Die metamorphen Zeichen", Kunstverein Brandenburg G/K
2001 "London Photographic Awards 4", Artmatic Gallery, London G/K
        "Laureats of Programme Mosaique", Month of Photography, Bratislava G/K
        "Quinze en Europe", Théatre de la photographie et de l'image, Nizza E/K
        "StadtLandForm", Museum Baden, Solingen G/K/TV
        "the fremd, Künstlerverein Malkasten, Düsseldorf F
        "Placebo", Galerie Lichtblick, Köln E
        "London Photographic Awards 3", Photofusion Gallery, Imagination Gallery, London G/K
2000 "Prix SCAM 1999 du portfolio photographique", Maison Européenne de la Photographie, Paris G
        "Foto-Triennale Hamburg -Künstlerbücher", Kunsthaus Hamburg G
1999 "Grand Prix IMAGES", Musée de la Photographie, Vevey G/K
        "Martin von Tours", Diözesanmuseum Rottenburg G/K
        "Saar-Förderpreis Junge Kunst", Saarlandmuseum Saarbrücken G/K
1998 "Sittenspiegel ", Bogus-Galerie, Augsburg G
1997 "Der Blinde Fleck", OWF-Kongress, Philosophicum Köln E
1996 "Einen Augenblick", Kunsthalle Barmen G/K
        "Real - Unsichtbarer Gemeinsamer Nenner", Künstlerhaus Dortmund E
1995 "Wachstumsfaktor", Künstlerhaus Dortmund G
        "Grosse Kunstausstellung NRW 1994", Kunstpalast Düsseldorf G/K
        "Bergischer Kunstpreis 1994", im Klingenmuseum Solingen G/K
        "1. Schwäbischer Fotopreis", Kunstverein Bobingen, Schlossgalerie G/K
        "Die Rauhe Wirklichkeit", Bürgerhalle im Rathaus Hagen E/K/TV
        "Hagener Künstler 1994", Karl-Ernst-Osthaus-Museum Hagen G/K
1994 "Fotografie als Kunst", Sparkasse Pforzheim G
1992 "O. T. / Offene Türen / Ohne Titel", Dortmund G/K/TV
1990 "Bochumer Fotoherbst" G/K
1989 "Inszenierte Wirklichkeit" im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte in Dortmund (2. Preis) G/K

Awards / Scholarships
1994
Preisträger "Fotografie als Kunst" der Sparkasse Pforzheim
        Arbeitsstipendium des Fritz-Berg-Gedächtnis-Fonds der SIHK Hagen
1996 DAAD-Auslandsstipendium für Postgraduierte in Wien
1997 Stipendium für Fotografie des Centre National de l'Audiovisuel in Luxembourg, CNA (Programme Mosaique)
1998 Concours Européen de la Photographie, Festival IMAGES
       
Grand Prix de la Ville de Vevey des IMAGES-Festivals, Schweiz
2000 Erster Preis beim Wettbewerb STADT / LAND / FORM, Solingen/Wuppertal
        Auszeichnung beim Otto-Steinert-Preis 2000
        Auszeichnung bei den London Photographic Awards
        Prize for Photography - "What is Knowledge", ABB, Zurich

Collections
2005  Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart

Bibliography
1989
Katalog "Inszenierte Wirklichkeit", Dortmund
1990 Katalog "Bochumer Fotoherbst", Bochum
        Katalog "The Totalitarian Zone", Prag
        Photonews 11 / 90
        Katalog "Hagener Künstler 1994", Hagen
1994 Katalog "Bergischer Kunstpreis", Solingen
        Buchprojekt "Die Rauhe Wirklichkeit", Eigenverlag Hagen / Dortmund
        Katalog "Grosse Kunstausstellung NRW 1994", Düsseldorf
        Katalog "Real", Dortmund
1995 Katalog "Einen Augenblick", Wuppertal
1996 Camera Austria 59-60
1997 Katalog "Förderpreis Junge Kunst", Saarbrücken
1998 Katalog "Grand Prix de la Ville de Vevey", Vevey / Schweiz
        Geschäftsbericht 1997 Compunet
        "DU" 2199, Zeitschrift für Kultur, Zürich
1999 Katalog "die 60er", Positionen des Designs, Köln / Solingen
        Katalog "London Photographic Awards 3 ", London
        Photonews 6 / 00
2000 "StadtLandForm", Katalog, Solingen/Wuppertal
        Katalog "Quinze en Europe", Nizza
        Katalog "Month of Photography", Bratislava, Slowakei
        Buchprojekt "What is Knowledge", ABB, Zürich
        Katalog "London Photographic Awards 4", London
2001 "Leadership Magazine", Südafrika
        Katalog "Die metamorphen Zeichen", Brandenburg
        Katalog "Naturae", Essen




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Series 'Hierogamos'



'Hierogamos', 2004/05
c-print, 120 x 120 cm


Series 'bathers'
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'bathers', 2003
lambdaprint on diasec, 80 x 120 cm






Series 'human factor'
    >>> more



c-prints auf aluminium
52 x 75 cm, 31 x 45 cm







Series "the fremd"   >>> more




C-Print auf Aluminium
28,5 x 19,5 cm bis 46,5 x 59 cm














 
 
 

 

   
 

 © Thomas Zika & GALERIE POLLER   Brückenstrasse 9-11   D-60594 Frankfurt am Main   Phone +49(0)69-624042
www.galerie-poller.com
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